Newsletter #19

18. Juli 2007

betr. kulturpolitik für europa

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Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:

Den Philosophen und Kunsttheoretiker Boris Groys verwirrt eine Besonderheit des europäischen Kultur- und Politikverständnisses: „Als spezifisch europäische Werte werden Werte proklamiert, die eigentlich universalistisch sind und deren Achtung man auch von Nicht-Europäern zu Recht verlangen kann. Darin liegt die ganze Schwierigkeit, mit der sich jeder konfrontiert sieht, der die europäische kulturelle Identität mittels solcher und analoger Werte definieren will.“

Gerüchte, Gerede, Dementis

Das Willy-Brandt-Zentrum an der Universität Wroclaw/Breslau ist ins Gerede gekommen. Man streitet darüber, ob das Zentrum geschlossen oder doch vielleicht nur reformiert werden soll. Beobachter rätseln, ob da eine Provinzposse oder eine Politintrige angeboten wird.  Gesine Schwan, Präsidentin der Europa-Universität Viridiana in Frankfurt/Oder und Beauftragte der Bundesregierung für deutsch-polnische Beziehungen vermutet eher „eine lokale, auch persönlich gefärbte Problematik“, die kaum etwas mit den allgemeinen deutsch-polnischen Befindlichkeiten zu tun hat. Inzwischen scheinen sich die Wogen ein wenig zu glätten. Mehr hier[Internal]

Im Gespräch: Basil Kerski

Europa braucht nicht nur ein acquis communitaire, sondern auch ein acquis historique, meint Basil Kerski, Chefredakteur des deutsch-polnischen Magazins DIALOG: Also nicht nur eine Übereinkunft über politische und rechtliche Standards, sondern auch eine Verständigung über unsere gemeinsame Geschichte. Das zeigt sich exemplarisch an den unterschiedlichem Verständnis von der Geschichte der europäischen Integration. Kerski: „In Westeuropa, vor allem im deutsch-französischen Zusammenhang, beginnt die politische Phantasie immer mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Für die mitteleuropäischen Staaten liegt der Bezugspunkt sehr viel früher, auch wenn in dem dortigen politischen Dialog um die Grundlagen der europäischen Integration Vieles kaum angesprochen wird, etwa die Demokratie- und Diktatur-Erfahrungen der zwanziger und dreißiger Jahre.“ Mehr hier[Internal]

Es ist Sommer

Der Sommer 2007 ist ein Sommer der zeitgenössischen Kunst. Mit der Documenta 12, der Biennale in Venedig, der Art Basel und dem Skulpturen Projekt Münster präsentieren sich für Interessierte gleich vier Großereignisse. Mehr Infos zu Meinungen und Fakten zum Thema hier

Auf in den Süden!

Seit dem 1. Juli hat Portugal die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union inne. Die Regierung um den sozialistischen Präsidenten José Sócrates will eigene Schwerpunkte setzen. Kulturministerin Isabel Pires de Lima hat für den 26. und 27. September schon ein „Kulturforum für Europa“ angekündigt, auf dem die kulturpolitische Debatte weitergeführt werden soll. Mehr  hier[Internal]

Copyright, Künstler und Kreativität

Für EU-Kommissar Jan Figel sind Produkte von Kreativen und Künstlern besondere Ware. Auch wenn das Copyright und ähnliche Rechte nicht unmittelbar Teil seines Aufgabenbereichs sind, ist er dennoch mit ihnen befasst. Figel: „Ich beschäftige mich mit diesen Themen natürlich im Rahmen von Art. 151 IV EU, der ausdrücklich eine Kulturverträglichkeitsprüfung für alle Politikbereiche vorsieht.“ Grundsätzlich bemühe sich die EU-Gesetzgebung sorgfältig um den Schutz von Autoren, Produzenten und Künstlern: „Für mich“, so Figel, „ist das ein Essential zur Förderung von Kreativität und zur Absicherung eines fairen Entgelts für die Arbeit von Kreativen.“ Mehr  hier[Internal]

Menschen in Europa

Ludwig Laher, österreichischer Schriftsteller und Präsident des European Council of Artists (ECA) ärgert sich über die Europäische Kommission. Isolde Charim diskutiert, warum mit der Osterweiterung der einigende Gründungsgedanke der Europäischen Union zunehmend in Frage gestellt wird. Iris Danowski und Marijke Wahlers berichten, dass die länderübergreifende, regionale Zusammenarbeit bei der Qualitätssicherung von Studienprogrammen stetig an Bedeutung gewinnt. Dieter Offenhäußer und die Deutsche UNESCO-Kommission verfügen nun auch über ein englisch- und französischsprachiges Informationsangebot. Und Mukesh Chawla, Gordon Betcherman und Arup Banerji erklären: auch der einstmals rote Osten wird grau. Der Anarcho-Theoretiker Guilleaume Paoli macht Kunst und last not least sucht das Projekt HANGING AROUND/Heimatquartier Hippies und ihre Fotos. Mehr hier[Internal]

Hanging around/HeimatQuartier ist ein europäisches Kunstprojekt und dem Müßiggang auf der Spur. Auf der Website kultur.macht.europa ist jeden Tag ein Foto zum Thema zu sehen. Mehr zum Projekt hier[Internal]   

 

 

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