Newsletter #33

23. April 2008

betr. kulturpolitik für europa

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Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:

2008 ist das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs - 2009 das Europäische Jahr zur Förderung der Beziehung zwischen Kreativität, Kultur und Bildung !

„Migranten machen Geschichte, weil sie die Politik der Zugehörigkeit erschüttern, aber auch weil ihre Schwäche obsessive Kontrollen "hervorruft", meint Saskia Sassen, Soziologin, Globalisierungs- und Migrationstheoretikerin im Gespräch. „Wir müssen dringend dazu forschen und beginnen, neue Geschichten zu erzählen. Auch in Europa müssen wir unbedingt die Art, wie wir über Migration sprechen, ändern. Wir nehmen die Bürgerrechte oft als selbstverständliche Qualität. Aber historisch gehen sie aus dem Konflikt verschiedener Parteien hervor. Sie sind nicht einfach da. Eine der größten Errungenschaften der europäischen Städte ist also das Produkt von Konflikten. Heute sind die Städte ökonomisch und sozial gemischt. Die globale Stadt besteht aus dem Mischen und dem Einverleiben von Differenzen. Migranten erzählen hier eine größere Geschichte - die Geschichte des Wandels, der Veränderung. Sie können ein Migrant sein oder ein Bürger, sie können schwul sein oder queer, ein minorisierter Bürger, ein fröhlicher Anarchist - als all dies können Sie sich in einer Art von Politik engagieren, die heute Teil des Politischen geworden ist. Der formale politische Apparat wird zusehends unfähiger, sich diesen Erfahrungen anzupassen.“

Die anderen Europäer

Roma und Juden haben mindestens zwei Dinge gemeinsam: sie waren überall in Europa allenfalls geduldete Minderheiten. Und ihre Musik wird eben wieder einmal entdeckt. Unter dem Titel The Other Europeans haben drei Festivals in Deutschland, Polen und Österreich ein Netzwerk gegründet, um den interkultureller Dialog zwischen jiddischer und Roma-Musik in Erinnerung zu rufen und zu beleben. In der Vergangenheit lernten professionelle Musiker beider Kulturen häufig voneinander. „Ein erfolgreicher interkultureller Austausch über sprachliche, politische und kulturelle Grenzen hinweg.“, meint Dr. Alan Bern, Initiator und künstlerischer Leiter des Yiddish Summer Weimar. Vor allem Roma-Musiker seien es gewesen, die nach dem Holocaust jiddische Musik erhalten und weitergegeben haben - sonst wäre sie wohl verloren gewesen. Bern: „Die Roma kannten die Musik, weil sie in der Vorkriegszeit in jüdischen Ensembles gespielt haben.“ Mehr hier[Internal]  

Europa und seine ‚Zigeuner’

Der Begriff 'Zigeuner' haftet als Stigma einer der ältesten europäichen Minderheiten seit mehr als 600 Jahre an, schreiben Julia-Karin Patrut und Herbert Uerlings. Dabei wird im europäischen Diskurs schon seit langem zwischen ‚guten’ und ‚verwerflichen’ Migrationen unterschieden. ‚Zigeuner’ beispielsweise wurden in ganz Europa auf unterschiedlichste Weise zu besonderen Außenseitern ‚gemacht’ - unabhängig davon, ob sie als Nomaden oder Sklaven, als Tagelöhner oder ‚Vagabunden’, als Flamenco-Tänzer oder umherziehende Kupferschmiede und fahrende Händler in Erscheinung traten: Das Wort ‚Zigeuner’ wurde europaweit zu einem Stigma, das sie je nach historischem Kontext aus der Gesellschaft ausschloss. Mitunter stilisierte die Mehrheitsgesellschaft daneben ein romantisiertes, positives Gegenbild. Mehr hier[Internal]  

Krieg der Erinnerungen

Die internationale Menschenrechtsorganisation Memorial International ruft zur Gründung eines internationalen Forums auf, das sich mit der gemeinsamen Geschichte der europäischen Völker auseinandersetzen und der zunehmenden Entfremdung zwischen den Völkern entgegenwirken soll. Unter dem Titel : „Nationale Geschichtsbilder - Das 20. Jahrhundert und der „Krieg der Erinnerungen“ sollen weniger die Fakten als ihre Interpretation im Rahmen der nationalen Erzählungen und Mythen thematisiert werden. Gerade wenn es um Grenzverschiebungen, „Abtretungen“ und „Wiedervereinigungen“ gehe, gebe es in der Regel eine Vielfalt von Bewertungen. Mehr hier[Internal]  

Erster Weltreport "Creative Economy"

Güter und Dienstleistungen der Creative Industries haben sich zwischen 1996 und 2005 weltweit fast verdoppelt und machen inzwischen rund 3,4 Prozent des gesamten Welthandels aus. China ist mit einem Marktanteil von 51 Prozent die Nummer 1 der ‚kreativen’ Exportnationen. Zwar dominieren insgesamt die Industriestaaten, aber auch für Entwicklungsländer wird Kreativität immer wichtiger. So einige Ergebnisse des jetzt erschienenen „Creative Economy Report 2008“. Damit legt die UNCTAD in Zusammenarbeit mit anderen UN-Organisationen die erste globale Studie der UN zum Thema Creative Industries vor, die als eine Schlüsselindustrie für die zukünftige Entwicklung interpretiert wird. Mehr hier[Internal]  

Menschen in Europa

Dietrich Leder, Professor für Fernsehkultur, empfiehlt er die Filme der Regisseurin Aysun Bademsoy zum Thema Frauenfußball. Homer begibt sich auf eine Reise zur Kulturhauptstadt Europas Ruhr 2010. Hubert von Goisern, österreichischer Rock- und Folkmusiker, geht für Linz - Europas Kulturhauptstadt 2009 - auf Europa-Tour. Urs Faes (Schweiz), Daniel Goetsch (Schweiz) und andere reisen mit HALMA. Und Martina Baleva und ihr Kollege Ulf Brunnbauer werden von bulgarischen Medien verfolgt. Mehr hier[Internal] 

Das KULTUR-Programm der EU ist nicht die einzige Möglichkeit der europäischen Kulturförderung. Da Kultur ein gesellschaftliches Querschnittsthema ist, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Kulturprojekte können von anderen EU-Programmen profitieren, wenn sie deren Zielen entsprechen. Schauen Sie sich um: hier und hier  

Hangingaround/HeimatQuartier ist ein von der EU gefördertes europäisches Kunstprojekt und dem Müßiggang auf der Spur.  Mehr zum Projekt  hier[Internal] 

 

 

 

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