Newsletter #35

29. Mai 2008

betr. kulturpolitik für europa

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Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:

2008 ist das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs - 2009 das Europäische Jahr zur Förderung der Beziehung zwischen Kreativität, Kultur und Bildung ! Vom 3. bis 5. September findet in Dortmund der internationale Kongress „Vielfalt verbindet/Diversity united“ statt. Er beschäftigt sich mit Erfahrungen, Konzepten und Perspektiven der „Interkulturellen Arbeit in europäischen Städten“. Mehr hier[Internal] 

 

„Höflichkeit ist ein überaus komplexes Konstrukt“, schreibt der Soziologe Rainer Paris. „Als soziale Erfindung par excellence erlaubt sie einen regelhaften und zugleich kreativ-konfliktträchtigen Austausch auch zwischen Fremden, ein Artikulieren, Abweichen und Verfolgen individueller, oft gegengerichteter Interessen. Erwartbarkeit und Verhaltenssicherheit sind verschränkt mit der Chance subtiler persönlicher Differenzierung und Ausgestaltung; gerade die Vermeidung von Nähe ermöglicht es, Distanzen auszutarieren und sich vielleicht näher zu kommen. Die Manieren haben so eine gleichsam osmotische Funktion: Sie schützen einen Raum von Intimität und Privatheit und halten die Grenzen zu den anderen gleichzeitig variabel und durchlässig.“

Im Gespräch: Hans Ulrich Reck

Zwei Begriffe prägen den nationalen wie den internationalen Diskurs der Kulturpolitik: Vielfalt/diversity und Kreativität/Creativity. Mit den Unesco Konventionen zum Schutz der kulturellen wie der biologischen Vielfalt gibt es gleich zwei prominente weltweite Abkommen zum Thema, die Europäische Kulturagenda argumentiert in Sachen Vielfalt ähnlich. Die Creative Industries gelten weltweit als Wachstumsgaranten und zentrale Branchen für die aufziehende nicht nur in Europa beheimatete Wissensgesellschaft. Kein Zufall, findet der Kunsthistoriker Hans Ulrich Reck: „Das Kreative ist für das gesamte Wirtschaftsleben interessant, weil das Schaffen von Kunst mit einer überaus hohen Motivation verbunden ist. Künstler haben Obzessionen, sie müssen etwas tun, sie sind die wirklichen Unternehmer, Rohstoff ihrer selbst. Jeder soll jetzt sozusagen zum Künstler werden, um Unternehmer seiner selbst zu sein. Die hohe Motivation des Künstlers ist der wirkliche Kern des Modells.“ Mehr hier[Internal]

Globale KlimaKultur

Eine kulturelle Revolution wird der Klimawandel bringen, konstatiert Claus Leggewie. Das von ihm geleitete Kulturwissenschaftliche Institut Essen hat dazu einen neuen Forschungsschwerpunkt eingerichtet. KlimaKultur wird sich mit Themen wie „Klimawandel und Gewalt“ oder „Europäischer Klimasuperstaat?“ nachgehen – auch der Frage, warum „die menschliche Wahrnehmung sich parallel zur Veränderung von Umweltbedingungen verschiebt“ und wie das das kulturelle Gedächtnis beeinflusst. Leggewie: „Während mehr und mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung dringt, dass es erhebliche klimatologische Veränderungen gibt, wissen wir erst relativ unscharf, was das für Folgen für Gesellschaften und Kulturen haben wird. Wir schätzen, dass das Niveau der anstehenden Transformation Folgen wie einst die Industrialisierung nach sich ziehen wird.“ Mehr hier[Internal] 

Interkulturelles Denken, kulturelle Grenzen

Die europäischen Gesellschaften werden insgesamt von Migration und kulturellen Ungleichzeitigkeiten geprägt, die Integration von Zugewanderten ist eine der aktuellen Hauptaufgaben der europäischen Gesellschaften. Die politische Diskussion wird von umfangreichen Untersuchungen und Erhebungen zur Lage der „Personen mit Migrationshintergrund“ begleitet. Reichen die Instrumente von milieu- und Lebensstilforschung aus, um die gesellschaftlichen Verhältnisse auch in krisenhaften Zeiten zu erklären? Oder droht eine „Zukunft der Klassengesellschaft“? Mehr hier[Internal] 

Zusammenleben in Würde und Respekt

Der Europarat hat sein White Paper zum Interkulturellen Dialog verabschiedet. Das demokratische Umgehen mit der wachsenden kulturellen Vielfalt, die in der Gloablisierung wie in der europäischen Geschichte wurzelt, ist nach seiner Meinung zu einer zentralen Aufgabe geworden. Das von den Außenministern seiner 47 Mitgliedsstaaten im Mai verabschiedete White Paper sieht den „intercultural approach as a forward-looking model for managing cultural diversity“. Mehr hier[Internal]

Toleranz im Jahr des Interkulturellen Dialogs

Rechtzeitig zur Fußball-Europameisterschaft hat die European Commission against Racism and Intolerance (ECRI) zum Kampf gegen Rassismus im Fußball aufgerufen. Unter dem Motto „Unite against racism“ schlägt sie auch eine Reihe praktischer Maßnahmen vor. Dazu gehören auch Forderungen an die Fußballklubs. So soll gegen rassistische Transparente, Sprechchöre usw. sofort eingeschritten werden, Schiedsrichter entsprechende Äußerungen von Spielern unterbinden und Klubs antirassistische Fanprojekte anbieten. Auch im Fokus der Anti-Rassismus-Aktivisten: die Roma-Progrome im Italien. Mehr hier[Internal] 

Menschen in Europa

Wolfgang Behringer gilt nach zahlreichen Veröffentlichungen als einer der europäischen Experten zum Thema „Hexenverfolgung“. Bei seinen Forschungen stieß er dabei auf einen engen Zusammenhang zwischen der Jagd auf Hexen und „Wucherer“ und dem sich wandelnden Klima. Ahmed Djoghlaf will eine Milliarde Unterschriften sammeln. Abdou Diouf beklagt den Rückgang der europäischen Sprachvielfalt und sorgt sich insbesondere um das Französische. Sebastian Braun und Michael Kvasnicka sind im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft den nationalen Gefühlen bei Fußballwetten nachgegangen, während Dominik Hierlemann und Christian Heydecker finden, ein "Nein" der irischen Bevölkerung beim bevorstehenden Referendum zum EU-Verfassungsvertrag von Lissabon am 12. Juni wäre schlichtweg eine "Katastrophe für Europa". Mehr hier[Internal]

Hangingaround/HeimatQuartier ist ein europäisches Kunstprojekt und dem Müßiggang auf der Spur. Auf der Website kultur.macht.europa ist jeden Tag ein Foto zum Thema zu sehen. Mehr zum Projekt hier[Internal]   

 

 

 

 

 

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