Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:
2008 ist das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs - 2009 das Europäische Jahr zur Förderung der Beziehung zwischen Kreativität, Kultur und Bildung ! Noch eine Woche bis zum internationale Kongress „Vielfalt verbindet/Diversity united“, der vom 3. bis 5. September in Dortmund stattfindet. Er beschäftigt sich mit Erfahrungen, Konzepten und Perspektiven der „Interkulturellen Arbeit in europäischen Städten“. Mehr hier
„Die EU ist eine der angesehensten Societies der Welt, der Lions-Club unter den feinen organisierten Gesellschaften“, schreibt die Journalistin Mely Kiyak. „Doch Europa ist noch viel mehr. Es ist eine konfuse Sehnsucht, die kopflos, abenteuerlustig und mutig macht. Oder ein Weg, den man verzweifelt zu gehen bereit ist; auch unter dem Risiko, zu sterben. Wie sonst ist es zu erklären, dass Tausende Menschen jährlich in kleinen überfüllten Booten, in Lastwagen versteckt, oder im Lagerraum von Flugzeugen ihr Leben aufs Spiel setzen und ihre Heimat verlassen? Gastarbeiter waren auch nichts anderes als Wirtschaftsflüchtlinge. Doch für die, die den Weg nach Europa gefunden haben, muss es ein Schock gewesen sein, zu erfahren, dass dieses Europa ganz anders ist, als sie es sich ausgemalt haben. Ganz gleich, ob man zuvor auf einer Wolldecke im anatolischen Tal gelegen hat, in einem Reisfeld stand oder auf einem verminten Stück Land in der afrikanischen Steppe von diesem Europa träumte.“
Die Hochzeit ist auch interkulturell museumsreif: erstmals werden deutsche und türkische Hochzeitsriten und –moden im Vergleich gezeigt. Vor allem die Brautkleider sind sehenswert. Bis zum 25. Januar 2009 sind sie im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte ausgestellt. Bei der deutsch-türkischen Begegnung zum Thema Hochzeit zeigt sich: es gibt Unterschiede und Gemeinsamkeiten, Exotisches kommt manchmal aus dem eigenen Land und: Brautkleider bleiben kulturübergreifend attraktiv, auch wenn sich die Zeiten und der Stellenwert der Ehe geändert haben und noch ändern. Während hierzulande die Hälfte aller Ehen geschieden wird und die Zahl der Eheschließungen insgesamt sinkt, liegt die Scheidungsrate in der Türkei erst bei zehn Prozent: „Die ideale, auch religiös untermauerte Lebensform eines Erwachsenen in der Türkei ist die Ehe und die Sorge um den Nachwuchs. Auf Ehelosigkeit reagiert man häufig mit Mitleid oder Unverständnis.“, ist dazu im Ausstellungskatalog nachzulesen. Mehr hier
In einer Pilotstudie zu den kulturellen Interessen und Gewohnheiten von Menschen mit Migrationshintergrund hat Meral Cerci in Dortmund recherchiert. Noch immer wissen Kulturanbieter, -verwalter und -politiker wenig über diese relevante und stetig wachsende Zielgruppe. Zum ersten Mal wurden die Lebenswelten und Lebensstile von Menschen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund, so wie sie sich durch das Leben in Deutschland entwickelt haben, mit dem Ansatz der Sinus-Milieus untersucht. Mehr hier
Dieter Kramer kritisiert die Kritik von Mark Terkessidis am Schlussbericht der Enquete-Kommission Kultur in Deutschland. Der sei ein Ergebnis oft schwieriger Kompromisse. Kramer: „Wir finden die von Terkessidis geforderte Anerkennung von Interkultur als „Querschnittsaufgabe“ - sicherlich vielfach nur verbal, aber auf Passagen des von allen Parteien (auch der CSU) akzeptierten Textes kann man sich berufen, etwa auch in der leidigen Debatte über „Leitkultur“: Die „Leitkultur“ wird mit den zitierten Formulierungen eigentlich verabschiedet, und das Wort taucht auch in diesem Kulturbericht nicht ein einziges Mal auf. Kultur in Deutschland wird als dynamischer Prozess verstanden; was bleibt, ist die alle bindende Rechtsordnung.“ Mehr hier
Menschen in Europa
Jean-Sebastian Lefebre und Marzena Zuchwicz befassen sich mit den unübersichtlichen Gegebenheiten und dunklen Seiten der Europa-Metropole Brüssel. Heike Hanhörster und Ralf Zimmer-Hegmann gehen der Mobilität von Menschen mit Migrationshintergrund in nordrhein-westfälischen Städten nach und stellen dabei weniger ethnische denn eine Armutssegregation fest. Mehr ier
Das KULTUR-Programm der EU ist nicht die einzige Möglichkeit der europäischen Kulturförderung. Da Kultur ein gesellschaftliches Querschnittsthema ist, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Kulturprojekte können von anderen EU-Programmen profitieren, wenn sie deren Zielen entsprechen. Schauen Sie sich um: hier und hier
Hangingaround/HeimatQuartier ist ein von der EU gefördertes europäisches Kunstprojekt und dem Müßiggang auf der Spur. Mehr zum Projekt hier
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