Die Kulturpolitische Gesellschaft informiert:
Vormerken: 2008 ist das Europäische Jahr des Interkulturellen Dialogs - 2009 das Europäische Jahr zur Förderung der Beziehung zwischen Kreativität, Kultur und Bildung !
„Der Mythos des Raubes der Königstochter Europa aus Kleinasien durch das Oberhaupt der Götter verklärt die trivialere Geschichte einer Reihe kultureller Importe, die zur Voraussetzung dessen wurden, was Europawerden sollte.“, hat der Politologe Thomas Meyer schon vor einiger Zeit notiert. „Das gilt, wie genauere Studien gezeigt haben, auch für den Fortgang der Geschichte Europas im Verhältnis zu seinen beiden kulturellen Rivalen, von denen es im offiziellen Selbstverständnis durch scharfe und eindeutige Trennlinien geschieden sein soll: Byzanz und Islam. Von Byzanz hat es die meisten Rituale und Formen übernommen, die Staaten in Europa symbolisch konstruierten, von islamischen Gelehrten im Hochmittelalter den Gedanken der Trennung von Glaube und Vernunft, der dann in der Aufklärung, dem Gründungsakt der modernen politischen Kultur Europas, seine Früchte trug.“
Im Gespräch: Lale Akgün
Kein Begriff wird so defizitär angewandt und so falsch erklärt wie 'Integration', findet Lale Akgün MdB: „Unsere Gesellschaft gliedert sich immer mehr in Subkulturen, Communities und Milieus auf. Aus meiner Sicht sind deshalb die Zeiten vorbei, in denen man Integration vor allem als Übernahme kultureller Werte definieren wollte. Wir müssen uns um ein anderes Verständnis von „Integration“ bemühen. Ich sehe das etwas amerikanischer. Migranten sollten sich vor allem die Frage stellen 'Wie schaffe ich es, in dieser Gesellschaft erfolgreich zu sein?'“. So die integrations- und europapolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Und: „Die Mehrheitsgesellschaft sollte vor allem Chancengleichheit herstellen und praktizieren. Erfolg sollte unabhängig von der sozialen Herkunft möglich sein.“ Mehr hier
Quer durch Europa beschäftigen sich alle großen Städte ab 250.000 Einwohner mit den gleichen Problemen, so ein Ergebnis des Internationalen Kongresses „Vielfalt verbindet/Diversity united“, der Anfang September in Dortmund stattfand. Interkultur wird dabei nicht nur für die Kulturpolitik immer wichtiger, meint Kurt Eichler, Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft: „Die Zukunft der Städte ist international, egal, ob das den Hochschulstandort betrifft, die Wirtschaft oder die Kultur. Nach innen und außen muss Interkultur zur Daueraufgabe werden.“ Mehr hier
Die Städte sollen stärker als bisher Kraft der Kunst und Kultur für den Interkulturellen Dialog nutzen, empfiehlt der schon erwähnte internationale Kongress „Vielfalt verbindet/Diversity united“. „Die den Künsten innewohnende Dynamik, ihr Experimentier- und Innovationscharakter, ihr emotionales Potential und nicht zuletzt die Möglichkeit der nonverbalen Kommunikation erleichtern und befördern die Begegnung mit anderen Kulturen und Traditionen und verstärken die wechselseitige Akzeptanz.“, heißt es in den abschließenden „Empfehlungen“: „Die Städte als Hauptträger der Kultureinrichtungen und der Kulturförderung in Deutschland stehen dabei in einer besonderen Verantwortung.“ Mehr hier
Interkulturelle Bildung ist vielfältig und bedarf deshalb einer gewissen Qualitätskontrolle, meint Projektmanagerin Helle Becker. Sie lasse sich nicht „mit einem theoretischen Bildungskonzept erfassen, auch deshalb nicht, weil sich das Selbstverständnis der Akteure, ihre Professionen und Einsatzbereiche stark unterscheiden. Die kulturellen, künstlerischen wie pädagogischen Maßstäbe variieren, die Grenzen zwischen den Bereichen sind fließend.“ Vorschläge, diese Unübersichtlichkeit wenigstens teilweise durchschaubar zu machen, finden Sie hier
Zur Erinnerung: Eine ultrarechte Internationale will den Europa-Wahlkampf für ihre Angstkampagnen gegen die angebliche „Islamisierung Europas“ nutzen. Zum Start ist ein Kongress vom 19. bis 20. September in Köln geplant. Dagegen hat sich ein breites gesellschaftliches Bündnis gebildet. Mehr hier
Menschen in Europa
Ines Michalowski hat die Einbürgerungstests in Deutschland, den USA und den Niederlanden verglichen und hat einige Unterschiede ausgemacht. Salvatore Settis, Präsident des Obersten Denkmalrates Italiens und international renommierter italienischer Kunsthistoriker, ist angesichts der Kulturpolitik in seinem Lande „fassungslos“ – dabei steigt das Absehen seines Ministerpräsidenten im Ausland. Alexander Daniel datiert die Geburt der sowjetischen Menschenrechtsbewegung auf das Jahr 1968. Und Rudi Dutschke befand im Rückblick, dass „das entscheidende Ereignis des Jahres 1968 in Europa nicht Paris war, sondern Prag.“ Mehr hier
Das KULTUR-Programm der EU ist nicht die einzige Möglichkeit der europäischen Kulturförderung. Da Kultur ein gesellschaftliches Querschnittsthema ist, lohnt sich ein Blick über den Tellerrand. Kulturprojekte können von anderen EU-Programmen profitieren, wenn sie deren Zielen entsprechen. Schauen Sie sich um: hier und hier
Hangingaround/HeimatQuartier ist ein von der EU gefördertes europäisches Kunstprojekt und dem Müßiggang auf der Spur. Mehr zum Projekt hier
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