Kulturelle Vielfalt in Dortmund
Rund 23 Prozent der Menschen in Nordrhein-Westfalen haben einen Migrationshintergrund. Doch bei Kulturanbietern, -verwaltung und -politik ist wenig Wissen über diese relevante und stetig wachsende Zielgruppe vorhanden. Auch über die Wege, diese Menschen erfolgreich anzusprechen, sind bisher kaum Informationen verfügbar. So wundert es nicht, dass Zugewanderte nur in Ausnahmefällen als Publikum oder als Produzierende von Kunst und Kultur berücksichtigt, explizit angesprochen oder unterstützt werden. Um diesem Informationsdefizit zu begegnen, führte das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik NRW unter Leitung von Meral Cerci im Auftrag der Kulturabteilung des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen eine Piloterhebung in Dortmund durch. Im Rahmen dieser Studie wurden erstmals systematisch die kulturellen Interessen und Gewohnheiten von Menschen mit Migrationshintergrund repräsentativ in einer Kommune erfasst. Zum ersten Mal wurden die Lebenswelten und Lebensstile von Menschen mit unterschiedlichem Migrationshintergrund, so wie sie sich durch das Leben in Deutschland entwickelt haben, mit dem Ansatz der Sinus-Milieus untersucht. Ziel war ein unverfälschtes Kennenlernen und Verstehen der Alltagswelt von Menschen mit Migrationshintergrund, ihrer Wertorientierungen, Lebensziele, Wünsche und Zukunftserwartungen.
Im Auftrag der Kulturabteilung des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen wurde im Rahmen der Untersuchung ein Fokus auf das Thema Kunst und Kultur gelegt. Eingebettet in den ganzheitlichen Ansatz der Lebensweltanalyse wurden pro Milieu die Einstellungen und Motive herausgearbeitet und folgende Fragen beantwortet: Welchen Stellenwert hat das Thema Kunst und Kultur im Leben der Zielgruppe? Und: Welche Kulturangebote werden in den verschiedenen Milieus genutzt und warum? Zur Veranschaulichung der Migranten-Milieus beauftragte wurde passendes Film-, Video- und Audio-Material im Auftrag der interkultur.pro recherchiert und die Ergebnispräsentation multimedial aufbereitet. Die beiden Studien werden im Modul "Daten, Fakten, Lebenswelten" der interkultur.pro regelmäßig unterschiedlichen Zielgruppen vorgestellt. Somit soll der Wissenstranfer in Nordrhein-Westfalen und bundesweit sichergestellt werden.
Die Präsentation der Studie "Lebenswelten und Milieus der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland" finden Sie hier
Mehr Informationen zu interkultur.pro hier
Die Studie ist auch Thema auf dem Kongress „Vielfalt verbindet/Diversity united“, der von 3. – 5. September in Dortmund stattfindet. Das Programm und weitere Informationen hier
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