Premiere: die erste Europäische Kulturstrategie
Die EU-Kommission nennt in ihrer Mitteilung „über eine europäische Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung“ drei Hauptziele, die von der EU und ihren Mitgliedsstaaten verfolgt werden sollen: erstens die Förderung der kulturellen Vielfalt und des interkulturellen Dialogs; zweitens die Förderung der Kultur als Katalysator der Kreativität im Rahmen der Lissabon-Strategie und drittens die Förderung der Kultur als wesentliches Element der internationalen Beziehungen der Union. EU-Kulturkommissar Ján Figel: „Da Kultur und Kreativität ein wichtiger Antrieb für die persönliche Entwicklung, den sozialen Zusammenhalt und das wirtschaftliche Wachstum in Europa sind, wird mit der heute verabschiedeten Strategie auch ein europäischer Rahmen vorgeschlagen, mit dem das Wachstum und das interkulturelle Verständnis gefördert und Europa seinen Bürgern näher gebracht werden.” Bei der Umsetzung des neuen kulturpolitische Programm strebt die Kommission eine engere innereuropäische Kooperation an und will diese im Rahmen einer „offenen Koordinierungsmethode” umsetzen, die bereits in der Vergangenheit zur Zufriedenheit der Kommission praktiziert wurde - etwa im Bereich der Bildungspolitik. Deshalb ruft die Kommission alle Akteure zur Zusammenarbeit auf: die Mitgliedstaaten und ihre Regionen ebenso wie die Stakeholder im Kulturbereich (Berufsverbände, kulturelle Einrichtungen, Nichtregierungsorganisationen, europäische Netze, Stiftungen usw.).
Auch in der Außenpolitik soll die Rolle der Kultur in Zukunft hervorgehoben werden. EU-Entwicklungskommissar Louis Michel: „In einer globalisierten Welt ist es wichtiger denn je, die kulturelle Vielfalt und den Dialog zwischen Kulturen als Quelle der Entwicklung und der Bereicherung zu erhalten und zu fördern.” Dabei wird ausdrücklich auf die Bedeutung des eben von der EU und einem Teil ihrer Mitgliedsstaaten unterzeichneten „UNESCO-Übereinkommens über den Schutz und die Förderung der Vielfalt der kulturellen Ausdrucksformen“ hingewiesen.
Aus Sicht der Kommission liegt der Erfolg der Europäischen Union in ihrer Fähigkeit begründet, „Geschichte, Sprache und Kultur der Mitgliedstaaten zu respektieren, die zwar verschieden, aber doch miteinander verflochten sind, und gleichzeitig eine Gemeinschaft aufzubauen, in der Verständnis füreinander herrscht und in der Regeln befolgt werden, wodurch Frieden, Stabilität, Wohlstand und Solidarität und somit ein enormer Reichtum an kulturellem Erbe und schöpferischem Schaffen, der durch Erweiterungen noch vergrößert wird, gewährleistet sind.“
Nicht zur Sprache kommen die schwarzen Seiten der europäischen Kultur, die geprägt sind von Kriegen, Völkermord, Holocaust und ethnischen Säuberungen und aus Sicht zahlreicher Wissenschaftler auch heute die europäische Kooperation und Kommunikation belasten. Ihr kommunikatives Beschweigen kann nur sehr eingeschränkt einen wirklichen europäischen Dialog eröffnen.
Die „Mitteilung über eine europäische Kulturagenda im Zeichen der Globalisierung“ im Wortlaut hier in Deutsch
oder Englisch
Eine Presseerklärung der EU-Kommission – Vertretung in Deutschland finden Sie hier
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