Kultur macht Europa - 4. Kulturpolitischer Bundeskongress
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09.05.2007

Mobil bei Studium, Kunst und Spiel

Gleich zwei Foren des Kulturpolitischen Bundeskongresses werden sich mit dem Thema Mobilität befassen. Um „Internationale Kulturarbeit“ geht es in Forum 1, um „grenzüberschreitende europäische Kulturarbeit“ in Forum 2.

1950 wurden in Europa nur 25 Millionen Grenzübertritte gezählt, für die damals noch Visa und Reisepässe nötig waren. Zur Jahrtausendwende war ihre Zahl auf über 700 Millionen gestiegen. Einen Teil davon geht auf die gestiegene Reiselust auch von Künstlern und Kunstwerken zurück, doch diese Zahlen sind noch nicht hoch genug, befindet jedenfalls die Europäische Kulturstiftung (EKF) und ruft zu einer Kampagne für verbesserte Rahmenbedingungen der Mobilität von Künstlern und Kreativen auf: „Trotz aller Fortschritte gibt es noch zahlreiche Hindernisse, die die Bewegungsfreiheit von Künstlern, Kulturarbeitern und Kunstwerken behindern.“ Dringend geändert werden müssten etwa Visa-Bestimmungen, Gesetze, die die Arbeitserlaubnis und das Urheberrecht betreffen ebenso wie Regelungen zur Einwanderung und Integration., um gleiche Voraussetzungen für die transnationale Arbeit und Kooperation von Künstlern und Kreativen zu ermöglichen.

In Europa fehlt so etwas wie eine „Kultur der Mobilität“, klagt bei dieser Gelegenheit Joseph Jamar, 2006 mit der Koordination des Europäischen Jahrs der Mobilität befasst. Dabei geht es nach Ansicht von Hywel Ceri Jones, bis 2006 im Vorstand der EKF und zuvor im Rahmen der EU-Kommission mit Bildungs-, Jugend und Sozialpolitik befasst, nicht um den Kulturaustausch oder mehr Beweglichkeit für EU-Bürger an sich. Programme wie ERASMUS zum Beispiel seien vielmehr Instrumente, um mit dem möglichen Wechsel des Studienortes die europäische Perspektive im Ausbildungsbereich aufzuzeigen und so einen Teil zum Gelingen des Bologna-Prozesses beizutragen. Selbst wenn der Faktor „Migration“ noch bei manchem Politiker umstritten ist, gibt es zur Mobilitätsförderung für Theo Veenkamp keine Alternative. „Migration ist grundsätzlich ein Zeichen menschlicher Vitalität“, fasst der holländische Wissenschaftler und Mitautor des „People Flow Reports“ seine Ansicht zusammen und schlägt deshalb vor, sich ernsthaft und solidarisch mit den Motiven der Migranten auseinander zu setzen. „Künstler könnten hierbei eine große Hilfe sein und durch die Macht ihrer Worte und Bilder zur Veränderung überkommener Verstellungen beitragen.“ So kann nicht nur das Reisen in ferne Länder bilden, sondern auch der Kontakt zu Reisenden aus fernen Ländern bei sich zuhause.

Die Europäische Kulturstiftung hat eine Broschüre zum Thema Mobilität heraus gegeben. Sie finden sie hier

 


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